Königreich von eSwatinits

Fahnen Kössinger, 27.04.2018 um 08:47 Uhr

Klein, arm und selbstbewusst - ein neuer Name für das Swasiland in Afrika

Wir kennen eCommerce und e-mail, aber was ist eSwatini? Wenn es nach dem Willen von König Mswati III geht, wird dies der zukünftige Name seines Reiches sein. Und als letzter absolutistischer Monarch in Afrika muss er nicht auf die Zustimmung seines Parlaments warten. Es reichte, Ende April 2018 die Umbenennung bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit von Großbritannien bekannt zu geben.
Der bisherige Name Swasiland erinnerte die knapp 1,5 mio. Einwohner des ehemaligen Protektorats wohl immer noch zu sehr an die Kolonialzeit. Zwar war die Autonomie der Swasi in Südafrika im frühen 19. Jahrhundert von den Briten garantiert worden, aber die ständigen Änderungen der Machtverhältnisse durch die Burenkriege brachten für den Swasi-Stamm neue Abhängigkeiten.

Nun will man sich auf jeden Fall mehr auf seine Stammestraditionen besinnen, die auch im Wappen und der Nationalfahne zum Ausdruck kommen. Ein Löwe und ein Elefant weisen im Wappen auf den afrikanischen Kontinent hin. Die blau-gelb-rote Fahne zeigt ein traditionelles, bemaltes Schild mit Speeren und Blattschmuck. Als Reiseland ist der Staat besonders für seine Kulturfestivals und die Wildtierreservate mit Löwen, Elefanten und Nilpferden bekannt.
Schon fünf Jahre nach der Unabhängigkeit vom Vereinten Königreich schaffte König Mswatis Vater im Jahr 1973 das Parlament ab und setzte die Verfassung außer Kraft. Sein Sohn wurde 1986, vier Jahre nach dem Tod seines Vaters Herrscher. Er ist nicht unumstritten, da er in dem bettelarmen Land einen ausschweifenden Lebensstil pflegt. Die Bevölkerung ist überwiegend christlich, der König nennt allerdings mehrere Ehefrauen sein eigen.

Der 50. Jahrestag der Unabhängigkeit fällt mit seinem 50. Geburtstag zusammen. Die offizielle Umbenennung ist wohl auch ein Geschenk des Herrschers an sich selbst. Gedanken über die Kosten der Namensänderung wird er sich nicht gemacht haben. Wichtige staatliche Institutionen müssen ebenso umbenannt werden wie sämtliche offizielle Dokumente, Schilder, Vertragswerke oder auch Webadressen.
Letzteres freut wiederum die Schweiz - wird es doch in Zukunft nicht mehr so häufig Verwechslungen zwischen Switzerland und dem neuen eSwatini, vormals Swasiland, geben.

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