Das Maifest

Fahnen Kössinger, 18.03.2024 um 14:56 Uhr

Die Tradition des Maibaumaufstellens in Bayern: Ein Symbol
der Gemeinschaft, des Frühlings und der kulturellen Identität

In Bayern ist der Maibaum nicht einfach nur ein Baum, er ist ein Symbol, das tief in die Geschichte und Kultur der Region eingewurzelt ist. Das Aufstellen des Maibaums markiert nicht nur den Beginn des Frühlings, sondern steht auch für den Zusammenhalt und die Verbundenheit einer Gemeinschaft.



Die Ursprünge des Maibaumaufstellens reichen weit zurück, bis ins Mittelalter. Damals diente der Maibaum als Zeichen für die Fruchtbarkeit der Erde und den Beginn der warmen Jahreszeit. Er wurde mit bunten Bändern und verschiedenen Symbolen geschmückt, um die Dorfgemeinschaft zu feiern und den Frühling willkommen zu heißen.

Maibau aufstellen mit Muskelkraft

Heute hat sich die Tradition des Maibaumaufstellens zu einem festen Bestandteil des bayerischen Kulturerbes entwickelt. Am 1. Mai versammeln sich die Menschen in vielen bayerischen Dörfern und Städten, um gemeinsam den Maibaum aufzustellen und den Frühling zu begrüßen. Es ist ein Ereignis, das Jung und Alt zusammenbringt und die Verbundenheit einer Gemeinschaft stärkt.

Beim Aufstellen des Maibaums gibt es verschiedene Bräuche und Regeln, die beachtet werden müssen. Zunächst einmal ist die Auswahl des Baumes von großer Bedeutung. Traditionell wird eine Fichte verwendet, die in den umliegenden Wäldern gefällt wird. Der Baum sollte gerade gewachsen und etwa 20 bis 30 Meter hoch sein, um die nötige Präsenz zu haben.

Maibaum im Wald

Sobald der Baum ausgewählt ist, beginnt die eigentliche Arbeit des Maibaumaufstellens. Dies ist ein aufwendiger Prozess, der von erfahrenen Handwerkern und Helfern durchgeführt wird. Der Baum wird geschält und von Ästen befreit, bevor er mit bunten Bändern und Wappen geschmückt wird, die die Symbole der jeweiligen Gemeinde repräsentieren.



Das eigentliche Aufstellen des Maibaums erfordert viel Geschick und Teamwork. Oft wird der Baum von einem Traktor oder einem anderen Fahrzeug aufgestellt, während die Helfer ihn mit Seilen sichern und in die richtige Position bringen. Sobald der Maibaum steht, wird er feierlich eingeweiht und die Dorfgemeinschaft feiert mit Musik und Tanz um ihn herum.

Das Maibaumaufstellen in Bayern ist mehr als nur eine traditionelle Veranstaltung – es ist ein Höhepunkt im Jahreskalender, der die Werte und die Identität einer Gemeinschaft widerspiegelt. Jahr für Jahr kommen die Menschen zusammen, um diese alte Tradition zu feiern und den Geist der bayerischen Kultur zu erleben. Es ist ein Ereignis, das nicht nur den Beginn des Frühlings markiert, sondern auch den Zusammenhalt und die Verbundenheit einer Gemeinschaft stärkt.

Maibau mit Tafeln

Und bald ist es wieder soweit, der Maibaum wird aufgestellt! Doch die Vorbereitungen fangen schon einige Wochen vorher an und ein Wichtiger Teil dabei ist, den Maibaum vor Dieben zu schützen!

Der Maibaumdieb
Regeln zum Maibaumdiebstahl:
  • Sobald der Maibaum an der Wachhütte liegt, darf er gestohlen werden
  • Der Baum gilt als erfolgreich gestohlen, wenn die Ortsgrenze überschritten wurde
  • Wenn ein Ortsansässiger seine Hand auf den Baum legt und ruft „Der Baum bleibt hier!“, ist der Diebstahl gescheitert und der Baum muss zurückgegeben werden
  • Es darf nur der Baumstamm an sich gestohlen werden, nicht der Schmuck des Maibaumes
  • Der gestohlene Baum darf nicht Beschädigt werden! Ohne intakten Baum bekommt man auch keine Auslöse der bestohlenen Gemeinde
  • Der Bestohlene muss dem Dieb eine Auslöse liefern, wenn er seinen Baum wieder haben möchte. Die Art der Auslöse wird mit dem Diebesort verhandelt, sie besteht meist aus einer deftigen Brotzeit
  • Wenn keine Auslöse gezahlt wird, wird der Baum als Schandmahl für die bestohlene Gemeinde

Das heißt für ein erfolgreiches Maifest heißt es bis 1.Mai, passt gut auf euren Baum auf und behaltet eure Nachbarn im Auge!

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