Bedruckte Fahnen

Fahnen Kössinger, 25.05.2016 um 09:25 Uhr

Bedruckte Fahnen - so kommt die Farbe aufs Tuch

Das Motiv für die neue Flagge ist fertig entworfen, der passende Stoff ausgewählt - nun kann es an den Druck gehen. Doch wie kommt überhaupt die Farbe auf den Stoff? Grundsätzlich haben sich bei Flaggen zwei Druckarten durchgesetzt: Siebdruck und Digitaldruck. Beide Verfahren haben ihre Vorteile, je nach Einsatzzweck der Flagge, Stückzahl und Motiv.

Siebdruck

Vereinfacht gesagt wird beim Siebdruck das Motiv mit einer Schablone auf den Stoff übertragen.

Die Schablone besteht dabei aus einem wasserdurchlässigen Sieb aus haarfeinem Gewebe, das auf einen festen Rahmen gespannt wird. Auf dieses Gewebe, das aus Polyester- oder Metallfasern besteht, trägt man in einem ersten Schritt eine lichtempfindliche Schicht auf. Diese Schicht wird dann belichtet, so dass das Motiv erkennbar ist. Nur an diesen belichteten Stellen ist die Schicht durchlässig für die Farbe. Das fertige Sieb wird über den Fahnenstoff gespannt. Mit einem speziellen Werkzeug, einem so genannten Rakel, verteilt man die Farbe auf dem Sieb. Sie dringt an den entsprechenden Stellen auf den Stoff durch. Weil pro Arbeitsgang nur eine Farbe aufgetragen werden kann, muss für jede neue Farbe eine eigene Schablone erstellt werden.
Schematische Darstellung des Siebdruckvorgangs: Siebdruck Farbe A, Rakel B, offene Siebstelle/Druckmuster C, Sieb D, Rahmen E, Bedruckstoff F

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Siebdruck
Die Vorbereitungen für den Siebdruck sind damit erst einmal sehr aufwändig. Doch sobald die entsprechenden Siebe vorbereitet sind, können größere Stückzahlen vergleichsweise schnell und kostengünstig gedruckt werden.

Daneben hat der Siebdruck einen weiteren Vorteil: Die Farben lassen sich im Gegensatz zu anderen Druckverfahren individueller gestalten. Denn je Sieb wird eine Farbe aufgetragen, und diese Farbe kann schon im Vorfeld gemischt werden. Muss es also genau das Europa-Blau sein oder soll die Farbe nachts leuchten, können diese Wünsche beim Siebdruck umgesetzt werden. Um Arbeitsschritte zu sparen, wird jedoch häufig auch im Siebdruck mit den Grundfarben CMYK (cyan, magenta, yellow und black) gearbeitet. Dabei werden Schablonen für jede Grundfarbe erstellt, die nur an den entsprechenden Stellen die nötige Menge Farbe durchlassen. So reichen häufig nur vier Siebe aus, um etwa ein Foto zu drucken, gegebenenfalls je nach Motiv ergänzt um ein paar Spezialfarben.

Digitaldruck

Digitaldruckmaschine
Hier kommt ein Drucker zum Einsatz, wie er auch aus dem heimischen Büro bekannt ist: Der Farbdrucker wird direkt mit dem Computer gesteuert, die Produktion einer Vorlage entfällt. Wie beim bekannten Tintenstrahldrucker trägt man die Farbe direkt auf den Stoff auf. Der Drucker mischt die Farben je nach Motiv aus den Grundfarben zusammen. Das bedeutet einerseits, dass kleinteilige Motive mit besserer Auflösung als beim alternativen Verfahren gedruckt werden können, weil die Farbe direkt übertragen wird und es nicht auf die Struktur des Siebes ankommt. Andererseits können bestimmte, genau definierte Farbwünsche nicht unbedingt so genau erfüllt werden wie beim Siebdruck. Wenn es also eine genau definierte Farbe sein muss, ist der Digitaldruck im Nachteil.
Dagegen besteht der wichtigste Vorteil des Digitaldrucks darin, dass Einzelstücke günstig produziert werden können, so etwa personalisierte Kleidungsstücke. Zudem geht es schneller, weil viele Arbeitsschritte entfallen. Die Technik hat in diesem Bereich in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Manche Fachleute gehen inzwischen davon aus, dass irgendwann der Digitaldruck andere Drucktechniken ganz ablösen wird.

Nach dem Druck werden die Farben in beiden Fällen fixiert. Durch Behandlung, etwa durch heißen Dampf, dringen sie tief in die Fasern ein. Das Motiv wird dadurch auf der Rückseite sichtbar. Erst dann ist die Fahne bereit zum Einsatz.

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