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Fahnen und Flaggen, Jahrtausende alte Symbole

Fahnen Kössinger, 16.01.2017 um 14:55 Uhr

Symbole des Himmels und Mutmacher in der Schlacht - die Legenden um die ältesten Flaggen der Welt

Fahnen und Flaggen sind Jahrtausende alte Symbole, die schon zur Zeit der Römer bekannt waren. Auch einige heute noch genutzte Flaggen blicken auf eine lange Geschichte zurück - und erzählen selbst Geschichten von Mut, Kampf und Glauben.
Wie beim "Dannebrog", der dänischen Nationalflagge. Ihre Geburtsstätte soll Lyndanisse sein, das heutige Tallin in Estland, als Geburtstag wird der 15. Juni 1219 genannt. Damals kämpfte ein dänisches Kreuzfahrerheer unter Führung von Waldemar II. und im Auftrag von Papst Innozenz III. gegen die heidnischen Esten. Mit angeblich 1500 Langbooten erreichten die Dänen Estland und konnten zunächst die Burg von Lyndanisse besetzen. Doch den Esten gelang ein Überraschungsangriff, und die Dänen wurden in alle Richtungen zerstreut. Sie konnten den Verlauf der Kämpfe erst wieder zu ihren Gunsten wenden, als der "Dannebrog" vom Himmel fiel und den Kreuzrittern neue Hoffnung verlieh. Für diese Geschichte spricht, dass zur Zeit der Kreuzzüge das Symbol eines weißen Kreuzes auf rotem Grund von einer ganzen Reihe von Orden genutzt wurde. Die rote Farbe soll übrigens noch älter sein - schon die Wikinger sollen rote Flaggen genutzt haben.
Dannebrog
Bindenschild
Konkurrenz erhält der "Dannebrog" aus Österreich. Und auch hier soll der "Bindenschild" in einer Schlacht entstanden sein. Es geht um den dritten Kreuzzug, und dabei um die Belagerung von Akkon im Norden Israels (1189 bis 1191). Der Babenberger Herzog Leopold V. nahm daran teil, es heißt, nicht mit größter Begeisterung. Nach einer Schlacht war sein weißes Gewand blutrot getränkt - bis auf einen weißen Strich, wo er den Schwertgurt trug. Kaiser Heinrich VI. soll ihm 1191 das Wappen verliehen haben, das später zur österreichischen Nationalflagge wurde. Bereits 1230 wurde diese Sage erstmals erwähnt.
Die Wahrheit ist vermutlich deutlich weniger glamourös. Wahrscheinlich geht der "Bindenschild" auf die rot-weiß-rote Lehensfahne des kärntner Geschlechts der Eppensteiner zurück, wurde mehrfach vererbt und landete schließlich bei den Babenbergern.
Noch älter sollen die Flaggen Schottlands und der spanischen Region Kataloniensein - auch wenn es sich nicht um Nationalstaaten handelt. Auch in Schottland spielen einer Sage zufolge eine wichtige Schlacht und der Himmel eine Rolle:
Bei einer Schlacht im Jahr 832 wurde ein König Angus von den feindlichen Angelsachsen umzingelt. Er betete um Beistand. Am nächsten Morgen bildeten die Wolken am blauen Himmel ein weißes Kreuz ab, ein sogenanntes Andreaskreuz - das Symbol für den Nationalheiligen Schottlands. Das ermutigte Angus' Kämpfer, und er konnte die Angelsachsen besiegen. Nachgewiesen freilich ist die Flagge, die "Saltire", erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts.
Schottland Fahne
Fahne Katalonien
Die katalanische "Senyera" soll ebenfalls aus dem 9. Jahrhundert stammen, und auch hier gibt es einen ersten Nachweis erst Jahrhunderte später. Eine Legende besagt, dass der katalanische Graf Guifre el Pilos im Kampf gegen die Normannen tödlich verwundet wurde. Am Sterbebett bat er den Frankenkönig Carles el Kalb um ein Wappen. Der König entsprach der Bitte, tauchte vier seiner Finger in die Wunde des Grafen und zeichnete das Wappen mit dem Blut auf einem goldenen Schild. Stimmen kann diese Geschichte zwar nicht - der König starb etwa 20 Jahre vor dem Grafen, und auch hier ist die Wahrheit wohl profaner. Vermutlich hat Guifre el Pilos schlicht die Stadtfarben von Barcelona mit seiner Machtübernahme dort zum Landeswappen erkoren.
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